Liebe Leser*innen,

Alles Gute für 2026 und herzlich willkommen zur 45. Ausgabe des AK Rohstoffe-Newsletters!

Das neue Jahr startet ereignisreich – und rückt Rohstoffpolitik deutlich weiter nach oben auf die politische Agenda: Sei es die rohstoffpolitisch motivierte Auseinandersetzung um Grönland, der Anfang Februar von den USA ausgerufene „Critical Minerals Summit“ oder der neu entfachte Diskurs um die Versorgungssicherheit in Deutschland: Die politischen und wirtschaftlichen Spannungen rund um kritische Rohstoffe nehmen spürbar zu- und somit auch der Druck auf die Bevölkerung in den (potentiellen) Abbauregionen.

Bereits im vergangenen Jahr wurden dabei Weichen in Richtung zunehmender Deregulierung gestellt – etwa auf EU‑Ebene durch die OMNIBUS‑Initiativen. Um diese Entwicklungen und ihre Folgen für globale Rohstofflieferketten in den Blick zu nehmen und gemeinsam aktiv zu werden, rufen wir am 6. Oktober wieder den Rohstoffgipfel und ab dem 28. September die Alternative Rohstoffwoche.

Gerade angesichts dieser Entwicklungen wird eine umfassende Rohstoffwende umso dringlicher. Und wie steht es um die Umsetzung des EU-Rohstoffgesetzes? Eine neue Studie des EU-Rechnungshofs kommt zu dem Schluss, dass die Fortschritte im Hinblick auf den CRMA zu langsam und intransparent sind und die Umsetzung damit zu scheitern droht. Maike Buckemüller hat die Ergebnisse der Studie im Fokus zusammengefasst.

Viel Spaß beim Lesen und solidarische Grüße aus dem Koordinierungsbüro,

Hannah Pilgrim & Maike Buckemüller

FOKUS: Der CRMA im Realitätscheck des EU-Rechnungshofs

Mit dem im Mai 2024 in Kraft getretenen Critical Raw Materials Act verfolgt die EU das Ziel, ihre Versorgungssicherheit bei strategischen und kritischen Rohstoffen zu erhöhen. Hintergrund sind geopolitische Spannungen, die enormen europäischen Rohstoffabhängigkeiten sowie steigende Bedarfe der Digitalisierung, im Verkehrs-, Energie- oder Verteidigungssektor. Der CRMA setzt auf Diversifizierung der Lieferquellen, den Ausbau von Förderung, Verarbeitung und Recycling in Europa sowie auf technologischen Fortschritt und Ressourceneffizienz. Bis 2030 sollen 10% der strategischen Rohstoffe im Bergbau innerhalb der EU gewonnen, 40 % in der EU verarbeitet, sowie 25% des Bedarfs aus EU-Recycling gedeckt werden. Außerdem soll kein Drittland mehr als 65% des Bedarfs an einem einzelnen strategischen Rohstoff abdecken. Zentrales Element zur Umsetzung dieser Ziele sind „strategische Projekte“, die schneller genehmigt werden und bevorzugt Unterstützung erhalten sollen.  Gleichzeitig betont der Rechtsrahmen, dass Versorgungssicherheit nicht gegen Nachhaltigkeit ausgespielt werden soll: Strategische Projekte sollen auch ökologische und soziale Anforderungen erfüllen.

Wie tragfähig das ist, hat der Europäische Rechnungshof geprüft – mit ernüchterndem Ergebnis: Es fehle „eine hinreichend solide Gesamtstrategie“, und zentrale Voraussetzungen für wirksames Handeln seien bislang unzureichend.

Was der Europäische Rechnungshof kritisiert

Der Rechnungshof kritisiert erstens schwache Datengrundlagen und unklare Zielbegründungen. Wesentliche Entscheidungen würden auf lückenhaften oder schwachen Grundlagen beruhen, etwa bei Handelsdaten für die Einstufung kritischer und strategischer Rohstoffe, bei Nachfrageprognosen oder der methodischen Herleitung von Prioritäten. Dies untergrabe die Belastbarkeit politischer Zielsetzungen. Zudem seien die Zielvorgaben unverbindlich und von der Kommission nicht hinreichend begründet.

Die strategischen Projekte als Kerninstrument des CRMA seien zwar auf Beschleunigung angelegt, aber deswegen nicht automatisch wirksam. Der Rechnungshof bemängelt die starke Fokussierung auf „strategische“ anstelle von „kritischen“ Rohstoffen. Vor allem bleiben Genehmigungen und Finanzierung zentrale Risiken. Einerseits sind im CRMA keine EU-Mittel speziell für strategische Projekte vorgesehen, anderseits ist finanzielle Tragfähigkeit kein Auswahlkriterium von Projekten. In der Folge fand der Rechnungshof Fälle, in denen Projektträger nach Aufnahme in die Liste Insolvenz anmeldeten. Insgesamt bezweifelt der Rechnungshof, dass viele Projekte bis 2030 in relevantem Umfang Wirkung entfalten.

Die Finanzierung bleibe insgesamt fragmentiert und eine belastbare Wirkungskontrolle fehle. Zwar hat die EU laut Kommissionsdaten zwischen 2014 und 2027 insgesamt mehr als 1,8 Mrd. Euro für Initiativen zu kritischen Rohstoffen bereitgestellt, die Förderung verteile sich allerdings über viele Programme und Zuständigkeiten, ohne dass Wirkung und Beitrag zur Versorgungssicherheit systematisch gemessen werden. Gerade für Projekte außerhalb der EU waren Förderoptionen bislang begrenzt, obwohl Diversifizierung explizit ein Ziel sei.

Zudem verzeichnet der Rechnungshof bei der Produktion innerhalb der EU erhebliche Engpässe, die insbesondere auf langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren zurückzuführen seien. Neben Zielkonflikten mit ökologischen und sozialen Anforderungen, würden fehlende Verarbeitungstechnologien und geringe gesellschaftliche Akzeptanz den Ausbau hemmen. Explorationsaktivitäten blieben somit gering. Zudem würden lange Vorlaufzeiten für neue Minen den Ausbau erschweren: Schätzungen zufolge kann die durchschnittliche Vorlaufzeit bis zur Produktion in der EU zwischen zehn bis 15 Jahre dauern.

Insbesondere bei der Kreislaufwirtschaft bleibe die EU aktuell hinter ihren Potenzialen zurück: Von 26 für die Energiewende relevanten Rohstoffen werden derzeit nur sieben recycelt – und das lediglich in Größenordnungen von 1 bis 5 %. Bei zehn weiteren Rohstoffen, darunter Lithium und Gallium, erfolgt bislang überhaupt keine Wiederaufbereitung. Gleichzeitig seien politische Ziele vage formuliert und setzen zu wenig bei Rohstoffen in komplexen Produkten an, etwa in Elektronik. Zudem fehlten wirksame Anreize für Recycling und den Einsatz recycelter Materialien und hohe Produktionskosten, niedrige Sammelquoten und technische Herausforderungen behindern nach wie vor die Wettbewerbsfähigkeit des Recyclingsektors in der EU.

Auch hinsichtlich der angestrebten Diversifizierung der Lieferquellen macht der Bericht deutlich: die Abhängigkeiten bleiben hoch. Die EU ist bei zehn der 26 für die Energiewende relevanten kritischen Rohstoffe vollständig importabhängig und die Konzentration auf wenige Lieferländer bleibt hoch: Bor kommt auf der Gewinnungsstufe zu 99 % aus der Türkei; auf der Verarbeitungsstufe überschreiten unter anderem Lithium aus Chile sowie Magnesium, Gallium und Seltene Erden aus China die 65 %-Schwelle. Zur Diversifizierung setzt die EU auf Freihandelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften – deren Beitrag kann die Kommission laut Rechnungshof jedoch nicht nachweisen. So seien unter den 14 strategische Rohstoffpartnerschaften, die die EU in den letzten fünf Jahren unterzeichnet hat, sieben Länder mit niedrigen Governance-Werten und bei etwa der Hälfte der untersuchten Rohstoffe wurde zwischen 2020 und 2024 ein Rückgang der Einfuhren aus den Partnerstaaten verzeichnet.

Einordnung der Rechnungshof-Befunde: Für eine sozial-ökologische Rohstoffpolitik der EU

Der Rechnungshof macht deutlich: Ohne belastbare Prioritäten, begründete Zielvorhaben, aktuelle Datengrundlagen und messbare Umsetzung droht der CRMA hinter seinen eigenen Zielen zurückzubleiben. Entscheidend ist jetzt, die Debatte über Versorgungssicherheit konsequent mit einer Rohstoffwende zu verbinden: statt die Rohstoffpolitik einseitig auf zusätzliche Angebotsquellen auszurichten, müssen Rechte und Bedürfnisse betroffener Menschen, globale Rohstoffgerechtigkeit und Umweltschutz konsequent in den Mittelpunkt rücken und verbindliche Anforderungen an eine sozial-ökologische Transformation verankert werden.

Dafür braucht es eine klare Priorisierung der Kreislaufwirtschaft vor neuem Primärbergbau. Gleichzeitig muss Verbrauchsreduktion verbindlich verankert werden – als strategisches Ziel zur absoluten Senkung des Primärrohstoffverbrauchs, denn selbst deutlich besseres Recycling wird den steigenden Bedarf kurzfristig nicht vollständig decken. Gerade bei strategischen Projekten dürfen beschleunigte Verfahren indigene Rechte, Umweltprüfungen, Transparenz und Rechtsschutz nicht aushöhlen. Dafür braucht es frühzeitige Beteiligung betroffener Gemeinschaften – sowie Technologietransfer und die Möglichkeit lokaler Weiterverarbeitung in Partnerländern.

Vertiefende Forderungen finden sich im Hintergrundpapier zu strategischen Projekten sowie im Forderungspapier des AK Rohstoffe.

Deutsche Rohstoffpolitik

AK Rohstoffe: Stellungnahme des zivilgesellschaftlichen Netzwerks AK Rohstoffe zum BMZAktionsplan „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“

„Als zivilgesellschaftliche Organisationen des AK Rohstoffe haben wir die Vorstellung des Aktionsplans „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“ am 7. Oktober 2025 mit großer Sorge zur Kenntnis genommen. Damit geht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen deutlichen Schritt in Richtung engerer Einbindung deutscher Unternehmen in die entwicklungspolitische Arbeit und öffnet sich einer strategischen Ausrichtung an deutschen Wirtschaftsinteressen, unter anderem mit dem Ziel, Märkte zu erschließen und die Versorgung mit sogenannten kritischen und strategischen Rohstoffen zu sichern. Wir fürchten, dass diese zunehmende Ausrichtung des Ministeriums an deutschen Unternehmensinteressen eine folgenschwere Vernachlässigung seiner Kernaufgaben und eine Marginalisierung der Anliegen der lokalen Bevölkerung in den Zielländern und der globalen Zivilgesellschaft mit sich bringt.“

Die Zeit: Lithiumabbau im Erzgebirge: Zwei Projekte, viele Hürden (27.01.2026)

„Seit rund zehn Jahren reifen Pläne, Lithium aus Gestein unter dem Erzgebirge zu beiden Seiten der sächsischen Landesgrenze zu gewinnen. Während das Projekt in Tschechien mit politischem Rückenwind und Staatsgeld rechnen kann, kämpft die sächsische Seite weiter um ein klares Signal aus Brüssel.“

WirtschaftsWoche: Rohstoffsicherheit auf Pump? Regierung prüft Ausweitung der Schuldenbremse (16.02.2026)

„Die Bundesregierung will Deutschland jetzt aus Chinas Würgegriff befreien – und prüft dafür offenbar eine bemerkenswerte Maßnahme: Die Lockerung der Schuldenbremse könnte künftig auch für mehr Rohstoffsicherheit genutzt werden, wie Bundesfinanzminister und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz andeutete.“

Augsburger Allgemeine: Bundeswehr soll ins Geschäft mit Seltenen Erden einsteigen (31.01.2026)

„Die Analyse aus der Feder des Politikwissenschaftlers Jakob Kullik und des Geologen Dennis Bastian liegt unserer Redaktion exklusiv vor. Konkret heißt das demnach, dass die Truppe Firmenanteile von Bergbauunternehmen kaufen und diesen garantierte Preise für die Bodenschätze zahlen soll. Besser wäre noch, wenn sich in Europa eine Allianz für Seltene Erden zusammenschließe, weil der deutsche Markt für Kriegsgerät in ihren Augen allein zu klein ist.“

Tagesschau: Deutschland will mehr Rohstoffe aus Australien (05.02.2026)

„Deutschland und Australien wollen ihre Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen verstärken. Nach einem Treffen mit seiner australischen Amtskollegin Penny Wong in Canberra betonte Außenminister Johann Wadephul die zentrale Rolle Australiens für die Diversifizierung deutscher Lieferketten: “Viele kritische Rohstoffe wie Lithium werden hier gewonnen, und wir haben großes Interesse, unsere Zusammenarbeit im Rohstoffbereich, gerade bei strategisch wichtigen Mineralien, weiter auszubauen.”

Amerika21: Wirtschaftsinteressen Deutschlands in Bolivien: Energiewende und Rohstoffe (10.02.2026)

„Die EU und das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterzeichneten am vergangenen Mittwoch eine Vereinbarung über die Kofinanzierung und die Übernahme der Leitung des Programms EU4ProTransición durch das deutsche Ministerium.(…) Der stellvertretende bolivianische Minister für alternative Energien, Luis Osorio, teilte mit, dass die Gelder in erster Linie für technische Hilfe und die Bewertung von Projekten im Bereich der Erzeugung erneuerbarer Energien verwendet würden. Diese stehen im Zusammenhang mit der Erzeugung grünen Wasserstoffs und der strategisch wichtigen Lithiumgewinnung.”

CorA: Abschwächung trotz Wirkung – Das Lieferkettengesetz zwischen Novelle und EU-Richtlinie (11.02.2026)

„Am 16. Januar wurde das „Gesetz zur Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes“ im Bundestag in erster Lesung debattiert. Es sieht vor, Sanktionen gegen Unternehmen massiv einzuschränken und die Berichtspflichten vollständig zu streichen – beides würde die Durchsetzbarkeit und damit die Wirkung des Gesetzes erheblich schwächen. Geplant ist die Streichung von 9 der bisher 13 Bußgeldtatbestände. Sanktionen sind jedoch ein zentrales präventives Instrument, um die intendierte Wirkung des Gesetzes zu erzielen, zumal dem LkSG bereits eine zivilrechtliche Haftung und Wiedergutmachungspflichten fehlen.“

IHK: Thüringer Rohstoffstrategie

„Ziel ist es, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit durch heimische Rohstoffgewinnung, Recycling, Substitution und die Diversifizierung von Bezugsquellen langfristig zu stärken. Dabei sollen ökologische und soziale Aspekte ebenso berücksichtigt werden wie die Chancen der Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie. Gemeinsam mit der Wirtschaft soll so eine Strategie entstehen, die Thüringen widerstandsfähiger, klimafreundlicher und zukunftsfähiger macht.“

ARD: Lithiumland Deutschland – Der Preis der Zukunft (08.02.2026) [Radiofeature]

Deutsche Unternehmen und Verbände

Spiegel: Prozess nach Dammbruch gegen TÜV Süd und Vale gestartet (24.02.2026)

„Am Montag (23.02.2026) startete nun der Strafprozess gegen 16 Mitarbeiter des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale und einer Tochtergesellschaft von TÜV Süd, die die Stabilität des Damms zertifiziert hatte, wie brasilianische Medien berichteten. In Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais, müssen sich die Angeklagten wegen Umweltverbrechen und 272-fachen Mordes verantworten.“

RND: DIW-Chef Fratzscher: Deutschland braucht Vetorecht bei der Ausfuhr kritischer Rohstoffe (13.02.2026)

„Die EU verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 zehn Prozent der benötigten kritischen Rohstoffe aus heimischen Vorkommen zu beziehen. Die Ergebnisse der RND-Recherche zeigen jedoch: Selbst dort, wo Rohstoffe künftig in Deutschland gefördert werden, fehlt bislang die politische Kontrolle darüber, wem sie im Ernstfall zur Verfügung stehen. Eine Verpflichtung, dass diese Rohstoffe der heimischen oder europäischen Industrie zugutekommen, ist mit den Abbaugenehmigungen bislang nicht verbunden.“

RND: Industrie wirft Bundesregierung zu zögerliche Rohstoffpolitik vor (14.02.2026)

„Konkret fordert der BDI ein klares Bekenntnis zur heimischen Rohstoffgewinnung, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bei Energie- und Stromkosten sowie schnellere Genehmigungsverfahren. Zudem brauche es „gezielte Anreize, damit in Deutschland gewonnene Rohstoffe auch hier verarbeitet, recycelt und abgenommen werden“. Ohne diese Flankierung seien heimische Projekte kaum tragfähig.“

RND: „Kleinteilige“ Bürokratie? Neuer Streit über das Lieferkettengesetz (29.01.2026)

„7 Verbände unterschiedlicher Branchen verlangen die sofortige und vollständige Aussetzung des nationalen Lieferkettengesetzes. Spürbare Entlastungen seien durch die bisherigen Pläne nicht zu erwarten, begründen die Wirtschaftsvertreter ihre Forderung in einem Schreiben an Bundesregierung und Bundestag, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.“

Handelsblatt: Laserbohrer von Münchener Start-up soll Bergbaukosten senken (11.02.2026)

„Die Laserbohrer von Hades Mining sollen laut dem Unternehmen schneller und günstiger durch das Gestein kommen als andere Verfahren – Bohrungen gelten im Bergbau als größter Kostenfaktor. (..) Das Start-up ist erst vor neun Monaten gegründet worden – dennoch plant Hades Mining, bereits 2029 in Europa geförderte kritische Rohstoffe zu verkaufen. „Wir haben die Ambition, das nächste Rio Tinto zu werden“, sagt Werner mit Blick auf den Bergbaukonzern.“

Europäische Rohstoffpolitik und Unternehmen

Blätter für deutsche und internationale Politik: Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt (02/2026)

„Von einer »Abschaffung« des Lieferkettengesetzes, die Friedrich Merz seiner Klientel vollmundig angekündigt hatte, kann also keine Rede sein. Dennoch haben die vergangenen Monate gelehrt: Die Lobbymacht des Kapitals ist enorm gewachsen. Ein bisschen sozialer und ökologischer gibt man sich gern, aber wenn es an die Grundfesten des Wirtschaftsmodells und der imperialen Lebensweise geht, wird es ungemütlich. Aus diesem Grunde – und nicht wegen angeblicher Bürokratie – bekämpfen Wirtschaftsverbände und willfährige Politiker:innen Lieferkettengesetze mit harten Bandagen.“

EU Kommission: Joint press statement among the European Commission, the United States Government, and the Japanese Government following February 4 Critical Minerals Ministerial meeting (04.02.2026)

„This includes a commitment within the next 30 days to conclude a Memorandum of Understanding between The European Union and the United States aimed at boosting critical minerals supply chain security. The forthcoming Memorandum of Understanding will identify areas of cooperation to stimulate demand and diversify supply for both participants by identifying and supporting projects in mining, refining, processing, and recycling. It will also include discussion of measures to prevent supply chain disruptions, promote research and innovation efforts, and facilitate the exchange of information on stockpiling.“

EU Recycling Magazin: Aktionsplan „RESourceEU“: Wie Europas wirtschaftliche Sicherheit gestärkt werden soll

„Kernpunkte: Drei Milliarden Euro werden kurzfristig bereitgestellt, um Lieferkapazitäten auszubauen – etwa für Lithium in Tschechien und Molybdän in Grönland. Genehmigungsverfahren in der EU sollen beschleunigt werden. Bis Anfang 2026 entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Marktinformationen, Projektkoordination und Nachfragesteuerung.“

EU Kommission: Strategic projects on critical raw materials gain momentum in second selection round for potential funding and faster permitting (19.01.2026)

„The projects that applied for strategic project status include most of the strategic raw materials identified under the CRMA. Of these, 75 projects could support the battery value chain, 21 focus on rare earth elements for permanent magnets (vital for wind turbines and other renewable applications), while various project applications relate to defence. The Commission received 95 applications from within the EU and 66 from outside the EU, including 40 from countries and overseas countries and territories (OCTs) with which the EU has a strategic partnership on raw materials.“

Jacobin: Mit Grönlands Ressourcen lassen sich keine schnellen Profite machen (26.01.2026)

„Tatsächlich sind Bodenschätze ein wichtiges, aber auch sensibles Thema in den Beziehungen Grönlands zum Rest der Welt. Seit Jahrzehnten versuchen ausländische Unternehmen, auf der Insel eine rentable Bergbauindustrie aufzubauen, bisher jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Entgegen den Behauptungen von Trump haben US-amerikanische Unternehmen schon seit langem die Möglichkeit, in den Bergbausektor Grönlands einzusteigen. Aufgrund der hohen Kapitalkosten und der extrem rauen klimatischen Bedingungen hat aber bislang kein Unternehmen mit kommerziellen Bergbauaktivitäten begonnen.“

Nordisch.info: Finnland eröffnet Europas erste Lithiummine (12.02.2024)

„Im Westen Finnlands hat das Unternehmen Keliber mit dem Abbau von Lithium begonnen. Zugleich nimmt im Raum Kokkola an der Westküste eine Anlage den Betrieb auf, in der Lithium weiterverarbeitet werden soll, um in Batterien verbaut zu werden. Nach Angaben des Unternehmens ist es die erste vollständige Produktionskette dieser Art in Europa.“

Metalle in der Energie- und Mobilitätswende

As You Sow: Sunrun, Nation’s Largest Residential Solar Provider, Joins Business Moratorium Against Deep Sea Mining (16.01.2026) 

It joins the 70 companies—including Google, Apple, Samsung, BMW, Volvo, and Salesforce—in signing the moratorium’s business statement calling on governments to ensure that no deep seabed mining operations proceed unless and until comprehensive scientific assessments demonstrate that such activities can be managed to avoid biodiversity loss and ecosystem degradation. Sunrun’s commitment is particularly significant given its position as the largest residential solar company in America. It brings integrated solar and battery storage systems to more than a million customers.“

MDR: Abschied von teuren Metallen: Warum Rost der neue Hoffnungsträger für Batterien sein könnte (09.02.2026)

„Aktuelle Batterien benötigen oft kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel, deren Gewinnung mit erheblichen ökologischen und ethischen Herausforderungen sowie hohen Kosten verbunden ist. Eine österreichisch-deutsche Forschungsgruppe hat nun eine Alternative präsentiert, die auf breit verfügbaren und umweltfreundlicheren Materialien basiert: Eisen-beladene Kohlenstoff-Spherogele. Dabei macht sich das Team chemische Prozesse zunutze, die landläufig als Rosten bekannt sind, um Energie effizient zu speichern.“

Frankfurter Rundschau: Speicherproblem der Energiewende: Yale-Studie zeigt, wie Wasserstoff ohne teure Edelmetalle gelingt (09.02.2026)

„Eine Studie der Yale University zeigt, dass dafür kein teures Edelmetall nötig ist: Ein Katalysator aus Mangan arbeitet länger und zuverlässiger als viele bisherige Lösungen. Der entscheidende Fortschritt liegt im chemischen Aufbau, der den Katalysator stabil hält und Wasserstoff aus CO₂ erstmals mit günstigen Materialien realistisch macht.“

Metalle in der Kreislaufwirtschaft

AD HOC News: EU plant Ausfuhrbeschränkungen für Aluminiumschrott (02.01.2026)

„Die EU-Kommission bereitet Handelsbeschränkungen für Aluminiumschrott vor. Ein Konsultationsverfahren mit der Industrie läuft bis Ende Januar 2026. Ziel ist ein Gesetzesvorschlag im zweiten Quartal, der Ausfuhrzölle oder -kontingente einführen soll. Dahinter steht ein strategischer Kurswechsel: Aluminium gilt als kritischer Rohstoff, den Europa für seine grüne Industrie dringend benötigt.“

EU Recycling Magazin: Lithium-Rückgewinnung kommt großen Schritt voran (01/2026)

„Das von Accurec entwickelte, thermochemische Verfahren überführt mit geringem Aufwand an Energie und Betriebsmitteln kritische Rohstoffe in eine trennbare Form und extrahiert sie. „Wir erreichen mit unserem Clima-Prozess (Critical Raw Materials Recovery from Li-Battery Waste MAnagement) eine hohe Ausbeute und Qualitäten von über 99 Prozent“, sagt Dr. Reiner Sojka, Gründer und Geschäftsführer Accurec-Recycling GmbH.“

Recycling magazin: GeoCRM erforscht Stahlwerksschlacken als Rohstoffquelle (13.01.2026)

„Das Projekt verfolgt das Ziel, die Schlackenmatrix möglichst vollständig im Sinne eines Null-Abfall-Ansatzes zu nutzen. Neben der Rückgewinnung von Eisenoxiden, kritischen Rohstoffen und Chrom sollen calciumreiche Feinfraktionen erzeugt werden, die sowohl zur CO₂-Bindung als auch als Einsatzstoff im Baustoffbereich geeignet sind.“

MDR: Rückgewinnung kritischer Metalle: Eine Million Euro für Freiberger Forschende (08.01.2026)

„Europa ist bei vielen kritischen Rohstoffen wie seltenen Erden auf den Import angewiesen, gewinnt diese Ressourcen aber kaum durch Recycling zurück. Freiberger Nachwuchsforscher haben sich jetzt die Teilnahme an einem Wettbewerb der Bundesagentur für Sprunginnovationen gesichert, bei dem es darum geht, effiziente Verfahren für die Rückgewinnung kritischer Metalle zu entwickeln.“

Zivilgesellschaftlicher Protest weltweit

Ratsblatt: Indonesische Polizei löst Protest gegen Nickel-Mine in Sulawesi auf, 17 Festnahmen (23.01.2026)

„Die Protestierenden forderten die Zahlung ausstehender Entschädigungsgelder für ihr Land, die Einstellung der Verschmutzung ihrer Fischgründe und eine Untersuchung des Todes eines Fischers namens La Ode Arifin am 15. Januar. Arifin starb nach Angaben seiner Familie an den Folgen des Kontakts mit Abwässern der Mine. Der Polizeichef des Regierungsbezirks Süd-Halmahara, AKBP M. Rizky, bestätigte die Festnahmen mit der Begründung, die Blockade habe die Produktion der Mine, die täglich etwa 15.000 Tonnen Nickel-Erz verarbeitet, illegal gestört.“

The Barents Observer: Eco-activists block entrance to Europe’s northernmost copper mine project (24.01.2026)

„More than 70 people from all over Norway entered the mining facility in the early hours on Saturday. They are now blocking both the road to the construction area and the entrance of the tunnel to the underground mining operation currently under development. (…) The project to develop a sub-surface mine is controversial because the tailings will be dumped into the Repparfjord, a national salmon fjord important for Sámi who fish in the northernmost part of Norway.“

The Conversation: Critical mineral supply faces risks if local communities aren’t consulted enough: the case of lithium in Ghana (18.02.2026)

“When communities are involved early and meaningfully in decisions about land access, water use, environmental safeguards and compensation, they are more likely to see mining not as an imposed threat but as a negotiated partnership. This reduces uncertainty, builds trust and lowers the likelihood of conflict. Those conditions are essential for predictable mineral flows.”

Mongabay: The long struggle of women farmers to halt a zinc mine in North Sumatra (26.01.2026)

„According to Monica of YDPK, the revocation was thanks to the active and consistent role of women in resisting the mine’s environmental permit. Villagers in a protest demanding that the Dairi local government not allow the mine near their village. Image courtesy of YDPK. However, this does not mean it is the end of the mine. The ministry stated that the mine will stop its operation until it gets a new environmental permit“

Amnesty International: Grönland: Mehr als eine Schatzinsel (17.02.2026)

„Für den Fischer Janussen ist die Sache klar: “Die Amerikaner wollen unsere Rohstoffe, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung. Wir trauen Trump nicht, wir kennen das Schicksal der amerikanischen Indigenen und wissen auch, wie die Inuit in Alaska diskriminiert werden.” Janussen muss aber gar nicht in die Zukunft schauen, um sich wegen der Rohstoffe zu sorgen. Er hat schon ein Bergbauprojekt vor der eigenen Haustür. Das australische Unternehmen Greenland Minerals will im Bergplateau Kvanefjeld am Stadtrand von Narsaq Seltene Erden abbauen. “Das wäre unser Todesurteil”, sagt der Fischer.“

Public Citizen:  Memo: Critical Minerals and Contested Sovereignity: Inside the US – DRC Agreement (22.01.2026)

„The agreement heavily erodes sovereignty by subjecting Congolese resource decisions to U.S. consultation, joint committee approval, and external reporting requirements, effectively institutionalizing foreign oversight of the country’s most strategic assets. Within the DRC, critics of the agreement are pursuing three strategies: legislative action, constitutional challenges, and civic pressure through informing the general public. Faith institutions, civil society groups, and legal experts are pushing to force parliamentary scrutiny of the deal and to educate the public about its long-term implications.“

Publikationen

DEUTSCHSPRACHIGE NEUERSCHEINUNGEN

DERA: Rohstoffliste 2025 (2026)

Germanwatch: Faire Transformation, faire Rohstoffe. Die Energiewende gerecht gestalten (2025) 

Germanwatch: Rohstoffpartnerschaften und was ihnen (noch) fehlt. 

WEED: Wirtschaft versus Menschenrechte? Deutsche Automobilindustrie in Mexiko in der Verantwortung (12/2025)

INKOTA: Technik im Kreislauf – 8 Inspirationen für eine global gerechte und nachhaltige Rohstoffnutzung in der Kreislaufwirtschaft

PowerShift Podcast: Niob – unbekanntes Metall zwischen Energiewende, Hightech und Aufrüstung

PowerShift Podcast: Zu schnell, zu kompliziert – wie undemokratisch Bergbauprojekte in der EU ablaufen

Powershift: Factsheet Niob: Metall zwischen Energiewende, Hightech und Aufrüstung

SWP: SWP Aktuell. American Minerals First. Die Rohstoffpolitik der USA unter Donald Trump

ENGLISCHSPRACHIGE NEUERSCHEINUNGEN

SWP: Strategic Raw Material Cooperation between Africa and Europe. 

Germanenwatch: the impact of Due Dilligence Legislation (LkSG)