AK Rohstoffe Newsletter #23

AK Rohstoffe Newsletter #23

2019-07-24T15:42:38+00:00Newsletterarchiv|
Liebe Leser*innen,

bevor das Jahr nun zu Ende geht, gibt es noch einmal die Möglichkeit, in die Welt der Rohstoffpolitik einzutauchen. Wer in Deutschland Bergbau studiert hat, der wird trotz schließender Kohlestätten Jobmöglichkeiten haben, verspricht ein Artikel. Zu diesen Möglichkeiten zählt vielleicht eine Anstellung bei dem baden-württembergischen Unternehmen ACI Systems, die bald Lithium in großem Stil in Bolivien mitfördern dürfen.

Rohstoffpolitik wird momentan vielfach in Bezug zu Elektromobilität aufgegriffen. Dazu tragen sicherlich auch die Publikationen von Brot für die Welt, MISEREOR und PowerShift sowie INKOTA zu diesem Thema bei. Darüber hinaus arbeitet die Bundesregierung gerade an der Überarbeitung der Rohstoffstrategie von 2010. Vor dem Sommer nächsten Jahren wird wohl eine Fassung in den Ressorts abgestimmt. Als AK Rohstoffe werden wir diesen Prozess kritisch begleiten. Doch nicht nur die aktuellen Prozesse verfolgen wir, im nächsten Jahr wollen wir weitere Akzente in Richtung einer nachhaltigen Rohstoffpolitik in der Zukunft – Stichwort Ressourcenwende – setzen. Mehr werden Sie dann an dieser Stelle lesen.

Bis dahin schöne Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2019,

Merle Groneweg und Michael Reckordt
(Koordination AK Rohstoffe)

Nachrichten:

Deutsche Rohstoffpolitik

Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der LINKEN: Fortschreibung der Rohstoffstrategie durch die Bundesregierung

„Auf der Sitzung des Interministeriellen Ausschusses (IMA) Rohstoffe am 18. April 2018 wurde zwischen den beteiligten Ressorts entschieden, die im Jahre 2010 veröffentlichte Rohstoffstrategie fortzuschreiben. Wie bereits in den Antworten der Bundesregierung zu den Fragen 44 und 45 der Abgeordneten Eva-Maria Schreiber auf Bundestagsdrucksache 19/4946 erläutert, soll ein zwischen den Ressorts abgestimmter Entwurf bis Sommer 2019 vorliegen. Neben wirtschaftlichen Fragen der Rohstoffversorgung werden vor allem Umwelt- und soziale Aspekte der Rohstoffgewinnung bei der Fortschreibung der Rohstoffstrategie eine Rolle spielen.“

Bundesrat: Länder wenden sich gegen die US-Strafzölle auf Stahl

„Der Bundesrat fordert einen freien und fairen Außenhandel für Stahl. […]Nach Ansicht der Länder muss sich die Europäische Union jetzt als handlungsfähig erweisen und gegen die Zölle konsequent mit den Instrumenten der Welthandelsorganisation WTO vorgehen. […] Die Bundesregierung solle darauf hinwirken, dass mit dem Abbau [von Handelshemmnissen] zügig begonnen und eine Lösung im Konflikt um die Zölle gefunden werde. Außerdem bittet er die Bundesregierung, sich bei der Europäischen Kommission dafür einzusetzen, Strategien gegen den weltweit zunehmenden Protektionismus zu erarbeiten.“

Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP: Tiefseebergbau-Strategie Deutschland

„Neben den Regularien, den sogenannten Mining Codes, die aktuell von der Internationalen Meeresbodenbehörde für den Abbau von marinen mineralischen Ressourcen in internationalen Gewässern erarbeitet werden, müssen klare rechtliche und ökologische Standards für den Meeresbergbau formuliert werden. Voraussetzung dafür und für die Erhaltung der Abbaulizenzen ist die Durchführung eines Pilotprogrammes (sogenannter Pilot-Mining-Test – PMT), bei dem Ablaufverfahren getestet und gleichzeitig Umweltdaten gesammelt werden. Hier ist Deutschland aufgefordert zu handeln.“

BusinessPortal Norwegen: Interesse an deutsch-norwegischer Kooperation im Tiefseebergbau wächst

„Michael Jarowinsky, Geschäftsführer der DeepSea Mining Alliance: ‚Deutschland hat von der internationalen Meeresbodenbehörde, einer UN-Organisation, zwei Lizenzen zur Erkundung des Meeresbodens erhalten, eine Lizenz für Massivsulfide und eine Lizenz für Manganknollen. Mit Norwegen reden wir über eine mögliche Zusammenarbeit bei den Massivsulfiden, weil das Land vor der Küste über diesen Rohstoff verfügt und weil bereits interessante Forschungsergebnisse zu den Massivsulfiden vorliegen.’“

Die Welt: Die Zukunft der Bergbau-Studenten

Denn jenseits der Kohle gibt es allein in Deutschland mehr als 1500 Bergbaubetriebe für mineralische Rohstoffe. Etwa Kali- und Steinsalz, Sand und Kies, Kalkstein und Gips. Rund 145 Bergbau-Zulieferer mit etwa 12.000 Mitarbeitern stehen hier für einen Jahresumsatz von rund 3,1 Milliarden Euro. […] Auch in Deutschland dürften viele kleinere Lagerstätten von Kupfer, Zinn, Zink, aber auch anderer Rohstoffe, in den kommenden Jahren angesichts des großen Bedarfs wieder aufgemacht und abgebaut werden, ist Clausen überzeugt.“

 

Deutsche Unternehmen / Verbände

Bonn Sustainability Portal: GIZ: Branchenübergreifendes Projekt für nachhaltigen Kobalt-Abbau

„Branchenübergreifende Initiative von BMW Group, BASF SE, Samsung SDI und Samsung Electronics für ein gemeinsames Pilotprojekt in der Demokratischen Republik Kongo. Die Unternehmen haben die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, über einen Zeitraum von drei Jahren zu erproben, wie sich Arbeits- und Lebensbedingungen im Kleinstbergbau in der Demokratischen Republik Kongo verbessern lassen. Das Projekt konzentriert sich auf eine Pilotmine, in der Kobalt mit nicht-industriellen Methoden abgebaut wird. Die Projektpartner werden nicht Betreiber dieser Mine sein.“

Deutsche Welle: Lithium: Boliviens weißer Schatz und Rohstoff der Zukunft

„Eine Milliardeninvestition steht an in Uyuni, und sie kommt aus Deutschland. Die baden-württembergischen Projektentwickler von ACI Systems und die Thüringer Kali-Experten K-UTEC haben den Zuschlag für ein Megaprojekt erhalten. Ein deutsch-bolivianisches Joint Venture soll das Lithium aus dem Salar im industriellen Maßstab fördern. Die Rede ist von 25.000 Tonnen Lithiumkarbonat pro Jahr. 1,2 Milliarden Euro sollen fließen. Am Mittwoch (12.12.2018) gab Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gemeinsam mit dem bolivianischen Außenminister und dem Energieminister des Landes in Berlin den offiziellen Startschuss.“

Klimareporter: Auf der Jagd nach Lithium

„Die Firma ACI Systems Alemania (Acisa) aus Zimmern ob Rottweil erhält direkten Zugriff auf Lithium-Vorkommen in Südamerika – in Bolivien. Das schwäbische Unternehmen plant die Gewinnung von bis zu 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich im Salzsee Salar de Uyuni, der im „Lithiumdreieck“ zwischen Argentinien, Bolivien und Chile liegt und in dem die weltweit größten Vorkommen des Rohstoffs vermutet werden. Nach Expertenschätzungen lassen sich mit dieser Menge jährlich bis zu einer Million E-Autos mit Batterien ausstatten. Acisa bildet dazu ein Joint Venture mit den bolivianischen Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB). Produziert werden soll ab 2021, und der Vertrag soll über 70 Jahre laufen.“

nd: Verkehrswende mit Schattenseiten

„Der zügige Ausbau der Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie für eine ökologische Verkehrswende und die Erreichung der Klimaziele. Doch entwicklungspolitische und Umweltorganisationen warnen vor einer blauäugigen Sichtweise auf die allmähliche Abkehr von Verbrennungsmotoren. Zwar hätten batteriebetriebene Pkw und Nutzfahrzeuge einen deutlichen und unverzichtbaren Effekt bei der Reduzierung gesundheits- und klimaschädlicher Emissionen, dennoch sei die Umwelt- und Energiebilanz dieser neuen Fahrzeuggeneration »äußerst problematisch« erklärte Michael Reckordt vom ökologischen Energie- und Wirtschaftsverein Powershift am Freitag bei einem Fachgespräch in Berlin.“

MDR: Recycling: Dresdner Bio-Angeln für seltene Metalle

„Würde man also Elektroschrott verbrennen, könnten die Rohstoffe einfach aus der Asche geangelt werden – genauso wie auch Gold oder Platin. Und auch für das Recycling von Verbundkunststoffen wäre die Methode denkbar, ergänzt Lederer. Doch das dauert noch etwas: Bisher seien sie erst bei Schritt zwei von fünf bei der Entwicklung. Aber in etwa sieben Jahren, schätzt die Biotechnologin, könnte die Technologie ausgereift sein für die industrielle Nutzung.“

 

Europäische Unternehmen und Rohstoffpolitik

Mining Watch Romania: Citizens vs. Eldorado Gold Certej 1:0

„Mining Watch Romania welcomes the decision [1] of the Ministry of Waters and Forests (MAP) to immediately stop proceedings over removing 56 hectares of forests from the country’ Forestry Fund. The subsequent deforestation of that area, equivalent to a surface of 113 football fields, is crucial for Deva Gold to develop the cyanide-based gold mine in Certej. All in all, a total of 165 hectares of forests would need to be cut to make way for the gold mine. Some are protected under European regulation as Natura 2000 sites.“

Vice: Latin American Activists Protested a British Coal Mining Company in London

„To those who dared to interact, activists handed out ‚fresh water from the sacred springs of Latin America‘. A closer inspection of the bottle’s small print showed the ingredients included ‚water, coal dust, mud, toxic mining waste and heavy metals‘. Three hours deep into what turned out to be a long, drawn out AGM, I wonder if any of those who picked up a bottle – maybe a little parched – were tempted to drink it.“

Wall Street Journal: Glencore-Controlled Miner to Be Fined by Canadian Authorities Over Congo Ops

„A Glencore GLNCY 1.96% PLC-controlled mining company and some of its current and former directors and executives have agreed to pay more than $22 million to settle Canadian allegations that they hid the risks of doing business with a controversial Israeli businessman closely linked to Congolese President Joseph Kabila, according to a person familiar with the matter.“

Wallstreet Online: Alarm auf Glencore-Mine: Kobalt mit Uran verseucht

„Die von Glencore dominierte Gesellschaft meldete die Aussetzung der Förderung auf seiner Kamoto-Mine im DR Kongo. Der Grund: im hergestellten Kobalthydroxid-Konzentrat wurden nicht genannte Mengen von Uran festgestellt, die Ausfuhr des Materials sofort gestoppt. Betroffen sind 1.472 Tonnen, was auf den ersten Blick nicht nach viel klingt. Allerdings sind das bereits mehr als ein Prozent der globalen Jahresproduktion, die 2018 bei grob 130.000 Tonnen liegen dürfte. Zwar gibt es laut Unternehmensangaben keine Gefahren für die Gesundheit, die Hafenbehörden wollten aber einen Export nicht genehmigen. Die Arbeiten auf der Mine wurden vorerst ausgesetzt, genauso wie der Handel in der Katanga-Aktie in London.“

 

Spotlights in Afrika, Asien und Lateinamerika

Mining.com: This Congo project could supply the world with lithium

„AVZ Minerals’ (ASX: AVZ) Manono project became the world’s largest non-brine lithium resource after the Perth-based company released the maiden estimate for its 60%-owned project in the southern Congo in August of this year. At the end of November, AVZ published the results of a drilling campaign that further increased Manono’s size – by more than half to just over 400 million tonnes grading 1.66% Li2O for 6.6m tonnes of lithium oxide.“

Washington Post: Trump threatened to suspend the ‘conflict minerals’ provision of Dodd-Frank. That might actually be good for Congo.

„Like others, we found that Section 1502 did not cut down on conflict. In fact, between 2010 and 2012, the monthly incidence of battles, looting and violence against civilians strongly increased in the mining areas targeted by Dodd-Frank. Riots also increased, a clear sign of social upheaval. When considering the period 2010 to 2015, these effects are mainly concentrated in gold-mining areas, suggesting that rebels continue to fight for gold mines.“

Deutsche Welle: Kongos Minen: Keine Hoffnung in Kipushi

„Gécamines, der einstige Riese der kongolesischen Bergbauindustrie, kämpft seit mehr als fünfzehn Jahren ums Überleben. Verschiedene Regierungen plünderten den Konzern regelrecht aus. Nur selten wurden die Gewinne in den Erhalt der Minen investiert. Ein Großteil von ihnen ist heute in der Hand ausländischer Konzerne – nicht so in Kipushi. Hier wird heute nur noch von Hand geschürft. Es herrscht das Gesetz des Stärkeren. Einst war die Firma der größte Arbeitgeber in der Bergbauprovinz Katanga. Mehr als 33.000 Menschen arbeiten für Gécamines, viele davon in Kipushi.“

The Guardian: South African community wins court battle over mining rights

„Environmental activists in South Africa have won a landmark legal victory after the high court ordered the government to get prior community consent before granting mining rights. The judgment represents a major victory for campaigners in Xolobeni, a community in Pondoland, who have been involved in a protracted and sometimes violent struggle against a proposed titanium mine.“

Mining Technology: The final shape of South Africa’s new mining charter

„To get here, the final charter had to lose some of the major components from the original draft, such as the government taking a 20% stake in all new projects and mandated increases in back ownership. These ideas were met with anger from both the mining industry and local communities when the first draft was published in 2017.“

Mining.com: South Africa imposes tough conditions on Sibanye-Lonmin deal

„The country’s Competition Commission said the transaction, which is scheduled to close by the end of the year, did not prevent or lessen competition in platinum markets but did raise ‚significant public interest concerns.‘ The body’s three main conditions to Sibanye were to start three short-term mining projects to avoid some of the inevitable layoffs, keep Lonmin’s existing contracts with black-owned suppliers and respect the takeover target’s black-ownership deal with the Bapo ba Mogale community. The commission also said Sibanye should implement an ‚Agri-Industrial Community Development Programme‘ in the Rustenburg area, where many Lonmin workers live in shantytowns.“

Mail&Guardian: ‘Miners did not shoot at police’ – new Marikana report

“‘At the very least, there is no convincing or persuasive evidence of any deliberate attacks on police at Scene 2. If there had been such attacks, there should be no reason why the police could not present consistent evidence of this,‘ reads the report. In his opening presentation at the release of the report, head of justice and violence prevention at ISS Gareth Newham said: ‘Since Marikana, the most shocking thing to take note of is the complete lack of accountability of any of the SAPS commanders and officials involved.‘“

Deutschlandfunk – Hörspiel und Feature: Das Massaker von Marikana

„Im August 2012 wurden in der südafrikanischen Bergbauregion Marikana 34 Minenarbeiter während eines Streiks von der Polizei erschossen. Sie hatten gegen die gesundheitsgefährdenden Bedingungen protestiert, unter denen sie Platin schürfen müssen. Eine Kommission zur Aufarbeitung des Massakers offenbarte das Desinteresse des Staates, die Schuldigen zu finden. Fünf Jahre später sind Opfer und Angehörige in Mannheim. Sie wollen den Chemiekonzern BASF an seine Lieferkettenverantwortung erinnern, denn das Unternehmen ist ihr Hauptabnehmer für Platin.“

The New York Times: Illegal Mining, ‘Worse Than at Any Other Time,’ Threatens Amazon, Study Finds

„Analyzing data from six Amazon countries, researchers identified 2,312 illegal mining sites and 245 large-scale areas where miners have established sophisticated infrastructure, tearing down native forests and contaminating rivers with mercury as they dredge for gold and extract diamonds and coltan, which are used to make mobile phones. `The problem is worse than at any other time in history,` said Alicia Rolla, one of the coordinators at the Amazon Geo-Referenced Socio-Environmental Information Network, known as RAISG, which published the study this week.“

Infostelle Peru: Illegales geschürftes Gold wird legal

„Das staatliche Unternehmen privaten Rechts Activos Mineros beauftragte drei wegen Geldwäsche vorbelastete Handelsfirmen, im Süden Perus tonnenweise Gold einzukaufen. Die staatliche Finanzbehörde und die Finanzpolizei verdächtigen Minerales del Sur, Veta de Oro del Perú und die E&M Company, barrenweise Gold dubioser Herkunft aus dem Kleinbergbau ins Ausland zu bringen. […] Aufgrund der Menge des illegalen Goldes, das in die USA, Europa und Asien exportiert wird, sind die US-amerikanische Anti-Drogen-Behörde sowie der US-Zoll und das Büro für Nationale Sicherheit an voller Aufklärung interessiert.“

Mining.com: Brazil launches new mining agency days before Temer steps down

„Changes to Brazil’s 50-year-old mining regulations also came in effect Wednesday and include measures to allow for mining titles to be used as guarantees for financing. The modifications are expected to spur investment in sector, while allowing miners to continue exploring for minerals even if production license applications are pending. […] The legal modifications will open up about 20,000 exploration areas where permit applications have stalled or been abandoned to be auctioned off again, which represent about 10% of the pending permits, local paper Estadao reported. The new agency and legal changes take effect only days before far-right President elect, Jair Bolsonaro, takes office on Jan. 1.“

Movimento Dos Atingidos Por Barragens: From the river to the sea, they will not silence us: 3 years of mud and struggle

„November 5th of 2015, the ore tailings dam owned by Vale and BHP Biliton (named Samarco) ruptured, its tailings contaminated 43 municipalities alongside the Doce River Basin until the Sea in the state of Espirito Santo. […] Three years after, most families are not satisfied with the conduction of repair process. Many families are not officially recognized as affected, although have made registrations.“

taz: Bergbau unter Ausnahmezustand

„Als die Proteste nicht abreißen wollten, verhängte die Nationalregierung in Lima im Januar 2018 den Ausnahmezustand über die gesamte Kupfertrasse. Diese ist 482 Kilometer lang, schlängelt sich von der Provinz Cusco über die Provinz Apurimac bis Arequia und von dort zum Pazifikhafen Matarania. Hier wird das Kupferkonzentrat verladen und unter anderem nach Europa verschifft. Einer der Abnehmer ist die größte Kupferraffinerie Europas, die in Hamburg ansässige Aurubis.“

Reuters: Australia rare earth miner Lynas eyes legal options on Malaysia plant review

„The reaction came after Malaysia’s Energy and Environment Ministry said on Tuesday the miner must comply with new conditions regarding waste management, ahead of the expiry of two licenses next year, one of which included the export of radioactive residues. Lynas is the only major miner outside China of the rare earth elements, metals that are crucial in the production of computers and mobile phones. It mines raw materials in Western Australia which are sent to its Malaysian plant for processing.“

 

Tiefseebergbau

DSM: DeepGreen’s vision for the next generation of deep-sea mining

„‚We’re trying to move an economy away from fossil fuels,‘ says Barron [CEO of DeepGreen Resources], and he sees polymetallic nodules as a transitional resource in achieving that goal. To ultimately reach a closed-loop system, where metals are cycled through the economy rather than extracted and then disposed of, we need a larger supply of base metals. He sees nodule mining as a less destructive way to reach that point.“

Radio New Zealand: Wallis and Futuna rejection of seabed mining work welcomed by Pacific NGOs

„PIANGO director Emele Duituturaga said there were environmental concerns and also a lack of clarity around the financial benefits that resource owners will directly receive. […] ‚Now is the time for traditional leaders and our indigenous peoples, who are the main owners of our resources, to stand up and be counted.‘ […] ‚We’ve not really seen any income from terrestrial mining. We’ve also seen the environmental degradation so we doubt very much that seabed mining will be any different.‘“

Radio New Zealand: Cooks govt looking at seabed mining interest in Norway

„The Cook Islands Deputy Prime Minister Mark Brown is currently in Norway discussing the possible exploration of seabed minerals in the Cook Islands waters. According to initial scientific studies, the nodules were of a very high quality and there is a large quantity on the seabed which could make the nation billions of dollars. […] [Mr Brown] added that all practices, including exploration and the extraction of the minerals, would have to be done in a manner which was environmentally friendly and did not impact negatively on the Cook Islands.“

Informationsdienst Wissenschaft: Tiefseebergbau hinterlässt tiefe Narben -Massiver Artenverlust 26 Jahre nach Abbau nachgewiesen

„Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Sogar noch 26 Jahre nach dem Experiment lag die Gesamtmasse von kalkbildenden Organismen innerhalb des gestörten Bereiches 54 Prozent unterhalb der Masse außerhalb des Gebietes. […] [Dr. Lidia Lins vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt] fügt hinzu: ‚Wir konnten zeigen, dass sich die Ökosysteme in der Tiefsee nur sehr langsam von Eingriffen erholen – fast 30 Jahre nach einer vergleichsweisen kleinen Störung ist gerade mal die Hälfte an Leben in das Gebiet zurückgekehrt. Wir plädieren daher für Schutzzonen in den Ozeanen!‘“

The Economist: A high-profile deep-sea mining company is struggling

„Today a Nautilus share is worth just a few Canadian cents. Three problems have changed sentiment. First, the firm has had substantial contractual trouble with the government of PNG, in whose territorial waters Solwara sits. […] Second, the idea of using Nautilus’s vast machines to carve and crush underwater volcanoes does not sit well with environmental groups in PNG and around the world. That may have unnerved investors. Third, uncertainty after the financial crisis of 2008-09 made it harder for Nautilus to fund its untested venture. That has left only two big shareholders: MB Holding, an Omani conglomerate, and Metalloinvest, a Russian steel and mining firm.“

FAZ: Das Gedächtnis des Meeres

„Eine Gruppe europäischer Forscher hat nun Ergebnisse einer Langzeituntersuchung aus dem Südostpazifik veröffentlicht, nach der ein bergmännischer Eingriff über lange Zeit schwere Wunden im Tiefseeleben hinterlässt. Mehr als ein Vierteljahrhundert später gab es in dem betroffenen Gebiet deutlich weniger kalkbildende Organismen und eine drastische Reduktion der filtrierenden Meeresfauna. Eine Rekultivierung, wie sie im Bergbau an Land, beispielsweise in den verschiedenen Braunkohlerevieren in Deutschland, betrieben wird, ist in der Tiefsee nahezu unmöglich.“

 

Sonstiges

FAZ: Nur Palladium glänzt

„Allgemein stehen die Preise für Rohstoffe schon länger unter Druck. […] Nur ein einziges Metall macht eine Ausnahme. Der Preis für das Edelmetall Palladium überstieg in der vergangenen Woche seinen mehr als 17 Jahre alten Höchststand und erreichte am Montag mit zwischenzeitlich 1183,82 Dollar für die Feinunze abermals einen neuen Rekordstand. Grund sind laut Marktbeobachtern vor allem die verstärkten Umweltschutzbemühungen in China. Palladium wird häufig als Katalysematerial in Reinigungsvorrichtungen verwendet, nicht zuletzt in Kraftfahrzeugen.“

Mining.com: Importance of rare earth metals mining makes it into COP24

„In a series of talks that took place within the COP24 summit in Katowice, Poland, defenders of the circular economy highlighted the importance of including mining of rare earth metals into their discussions. Based on a research document focused on the Netherlands and prepared by consulting and venture building firm Metabolic, the experts agreed that resources are the missing link in the climate debate. In their view, this is a mistake because rare earth metals are needed to build enough solar panels and wind turbines to meet the Paris Climate Agreement targets.“

Mining Technology: Autonomous mining: the challenges of independently minded vehicles

„Some of the world’s largest miners are committing to autonomous projects to improve safety and productivity. Australian gold company Resolute plans to complete work on the world’s first fully-automated mine in Mali by the end of the year, which will see a quarter of a million ounces of gold produced per year over a 12-year lifespan. Brazil’s Vale, the world’s largest iron miner, plans to automate its fleet of mining vehicles at its Brucutu project next year, following small-scale trials that saw the volume of ore transported increase by 26%, and maintenance costs cut by 10%.“

FAZ: Infografik: Wo unsere Smartphones herkommen

„Die Mehrheit der Metalle und seltenen Erden in dem Smartphone stammt einerseits aus Afrika, andererseits aus China. Doch auch in Südamerika und Australien wird ein Teil gefördert. Einige Rohstoffe werden auch aus mehreren Ländern bezogen. So stammt das Magnesium für die Außenhülle des Telefons zugleich aus Brasilien, den Vereinigten Staaten, China und Indien. Tippen Sie auf die markierten Länder oder fahren Sie mit der Maus über die Karte, um zu sehen, wo der Weg Ihres Smartphones begonnen hat.“

 

Publikationen

Brot für die Welt: Das weiße Gold. Umwelt- und Sozialkonflikte um den Zukunftsrohstoff Lithium

Brot für die Welt, Misereor und PowerShift: Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit

Deutscher Naturschutzring: Rohstoffpolitik 2.0

Facing Finance: Neue Technologien und alte Probleme? Faire Rohstoffe für grüne Technologien und was Investoren dafür tun müssen

Fastenopfer: Staub in der Luft und verschmutzte Böden: Glencore lässt im Kongo zu wenig Sorgfalt walten

FoilVedanta: Vedanta’s Billions: Regulatory failure, environment and human rights

INKOTA: Verkehrswende jetzt! Wie sie global gerecht gelingen kann

London Mining Network: Broken Hills: Six Cases from BHP´s long trail of disasters

Mineral Economics: The environmental criticality of primary raw materials – A new methodology to assess global environmental hazard potentials of minerals and metals from mining

Peter A. Allard School of Law: International Justice and Human Rights Clinic: Deviations and Double Standards: Canadian Mining Practices at Home and Abroad. A Case Study Comparison of Resource Governance and Corporate Performance in Canada and Papua New Guinea

Resources Policy: Exaggerating unintended effects? Competing narratives on the impact of conflict minerals regulation

Stoop N., Verpoorten M., van der Windt P.: More legislation, more violence? The impact of Dodd-Frank in the DRC

Transparency International EU: Under the Surface: Looking into payments by oil, gas and mining companies to governments

UBA: Die Nutzung natürlicher Ressourcen: Bericht für Deutschland 2018

War on Want: The Rivers Are Bleeding. British Mining in Latin America

WWF: WWF-Marktanalyse: Deutschlands Hunger auf Aluminium und Stahl und dessen Folgen für die Umwelt

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AK Rohstoffe ist ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert negative Auswirkungen des (metallischen und nichtmetallischen) Rohstoffabbaus in den Ländern des globalen Südens und Nordens sowie die politischen Trends, die diese bedingen. Seit dem 1. Mai 2013 existiert ein Koordinationsbüro in Berlin.

Herausgeber: Michael Reckordt; Kontakt: michael.reckordt@power-shift.de; 030 42805479

Dieser Newsletter wurde gefördert von Engagement Global im Auftrag des BMZ.